
VSG verliert den Anschluss zur goldenen "Mitte"
ASV Dachau : VSG Coburg/Grub 3:1
(25:22, 20:25, 25:20, 25:17)
Nach dem vierten verlorenen Spiel in Folge finden sich die Volleyballer aus Coburg/Grub in den Reihen der letzten Fünf in der Tabelle wieder und somit in der potentiellen Abstiegszone. Die VSG hätte sich gefreut, wenn die Punkte in Dachau hätten eingefahren werden können. Leider musste man sich aber – überraschend – in vier Sätzen geschlagen geben.
VSG erst gut, dann unter Druck
Zu Beginn des ersten Satzes riskierten die Dachauer beim Aufschlag sehr viel und schafften es mit einer durchschnittlichen Quote die Coburger Annahme stark unter Druck zu setzen. Unsere Mannschaft konnte am Anfang sehr gut mithalten und behauptete sich auch. Doch eine Serie von Fehlaufschlägen bescherte den Dachauern dann die Führung. Leichtfertig hat die VSG also den zu diesem Zeitpunkt instabilen Kontrahenten aufgebaut.
Beni Kucera erstmals als Libero eingesetzt! Satzgewinn!
Der erste Satz ging also mit 25:22 an die Gastgeber und die VSG stand nunmehr mit dem Rücken zur Wand. Den anschließenden gewonnenen zweiten Durchgang hatten die Vestestädter Beni Kucera zu verdanken. Er war zum ersten Mal in dieser Saison auf der Liberoposition zum Einsatz gekommen und schaffte es mit seiner motivierenden Art, die Annahme zu stabilisieren. Auf der anderen Seite des Netzes hingegen strauchelte die Defensive um Ex-Coburger Torsten Pohl in dieser Phase des Spiels. Zu Recht ging infolge dessen der Satz an die Gäste aus Oberfranken. Keine Atempause
Dachau schaffte es in Satz drei Eigenfehler fast völlig zu vermeiden. Allen voran ASV-Libero Torsten Pohl zeigte in der zweiten Hälfte des Matches eine solide Leistung. Unser Team wurde zusehends unsicher. Fehler in jedem Element des Spielaufbaus waren die Folge. Erst als Torsten Spiller beim Spielstand von 9:13 eingewechselt wurde, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Im Moment des Ausgleichs zum 13:13 schien die Partie wieder offen. Die Dachauer legten ein wenig mehr Engagement und Freude an den Tag, die durch tolle Einzelaktionen, wie beispielsweise von Lukas Gudas im Block, nicht kompensiert werden konnten.
Die Entscheidung
Im vierten Satz wurde Marko Henke für Hans-Peter Nürnberger eingewechselt. Beim Rückstand von 16:20 bekam Timo Köhler von Milan Maric die Chance, das Spiel zu drehen. Bei dem erheblichen Abstand war es ihm aber auch hier nicht mehr möglich, maßgeblich eingreifen zu können. Die ASV Dachau zeigte Kampfeswillen und zog den vierten Satz mit 25:17 durch.
Stimmen zum Spiel:
Spielführer Torsten Spiller: „Wir sind enttäuscht, dass wir die Leistung aus dem Training nicht ins Spiel umsetzen können. Jetzt sind wir in der Situation, die wir vermeiden wollten, denn wir befinden uns ab sofort im Abstiegskampf. Doch die Saison ist noch lang und der einzige Weg zum Klassenerhalt führt über Teamgeist und Kampf.
Kommentar von Fotograf Frank Heumann:
Udo Lindenberg hatte schon gesungen: „Hinterm Horizont geht’s weiter…“. Das ist das treffende Motto für die geschundenen Seelen von Spielern und Zuschauern.
Mit einem für Coburgs Volleyball furiosen Start haben wir unseren Mut in ein Mütchen verwandelt. Aus hungrigen Tigern wurden – metaphorisch gesehen – nette Haustiger, die immer wieder gerne ein paar Pünktchen abgeben.
Das wollen aber Eure Fans nicht sehen! Sie wollen die aggressiven Tiger von Delitzsch, Friedrichshafen und Durmersheim, die ihr Revier ständig neu ablaufen, die dort zuschlagen, wo ihn die Jäger gerade nicht erwarten. Sie wollen, um bei den Raubtieren zu bleiben, Leitwölfen folgen, die Teamkollegen inspirieren und zur Höchstleistung motivieren. Findet die “Löcher” des Gegners, werdet wieder flexibel und nicht ausrechenbar. Jeder Einzelne hat auch gegen Dachau bewiesen, dass er “sein Ding” zu Ende bringen kann und “seinen Punkt” machen kann. Allerdings ist Volleyball, und das wird seit den Anfängen gepredigt, der Teamsport, der im Kopf gewonnen wird... Die Betonung liegt hier auf Team.
...es ist die Körpersprache, wie Ihr Eurem Gegner offenbart, dass ich auch mit einem Ballverlust nicht einverstanden seit. Es ist die Art, wie Ihr dem Gegner zu verstehen gebt, dass er nichts zu lachen haben wird. Es ist Euer Zusammenhalt, der einen Gegner zermürben kann.
Als Zuschauer habe ich jedes Spiel verfolgt. Als Fan bin ich mit treuem Herzen dabei. Ich sehe Begabung ohne Ende. Da ist ein Spitzentrainer und eine Spitzenmannschaft, die die Leistung einfach noch nicht auf den Boden bekommt. Los, Leitwölfe! Macht Euch Eure Mannschaft zu eigen und schlagt vorab die Kempfenhausener am Samstag! Sammelt Eure Kraft...
Frank Heumann
Der Spielbericht wurde verfasst von Timo Köhler in Zusammenarbeit mit Frank Heumann


















