Mendig macht kein Geschenk!

17.12.2011: VSG Coburg/Grub gegen VC Eintracht Mendig 1:3 (25:23 / 24:26 / 21:25 / 16:25)
von Jeannette Feyler

a99a1594Das 2. Heimspiel der VSG, dass mit einer Niederlage endete. Die Coburger Volleyballer unterlagen in der mit 602 Zuschauern gut belegten HUK-Coburg-Arena dem Vorjahresmeister VC Eintracht Mendig mit 1:3 und tauschten so mit ihnen die Platzierungen. Dementsprechend enttäuscht war auch VSG-Trainer Milan Maric, wenngleich die eigene Leistung dann doch nicht so schlecht war, als es das Resultat vermuten lässt. Die Vestestädter standen einem ebenbürtigen Gegner gegenüber, der unter Druck stand, nach einer Talfahrt von sieben Niederlagen noch weitere Punkte zu machen. Mendig hatte ja bereits die letzten beiden Spiele daheim gewonnen und sich bis auf den 10. Tabellenplatz vorgekämpft. Die Rheinlandpfälzer ließen sich vom über 600 Mann starken Publikum, von den Hells Drums und den SambaJuCo nicht aus der Ruhe bringen. Sie machten ihr Ding, fast eiskalt: gefährliche Aufschläge, gute Blockarbeit, klassische Stellerei und Angriffe konnten die Gastgeber zuerst gut mithalten und zeigten dem Gegner, wer in der Coburger Ballsporthalle die Hausherren sind. Druckvolle Aufschläge, aktive Blockarbeit sowie sehenswerte Angriffsaktionen ließen auf ein spannendes Spiel hoffen. Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.

1. Satz 25:23: Gewonnen!

a99a1690Der erste Satz lief recht ausgeglichen, es ging immer hin und her. Mendig zeigte sich kampfbetont, aber die VSG machte mit Finten von Max Kessel und Monsterblöcken die Punkte. Ein Hammerschmetterball von Lukas Gudas führte zum 9:9. Der Block der Coburger stand jederzeit sicher und so konnte sich keines der beiden Teams absetzten. Beim 17:17 nahm der VSG-Trainer eine Auszeit und motivierte seine Jungs nochmals. Mendig war nun etwas schwerfällig und Trainer Milan nahm die Allzweckwaffe Torsten Spiller ins Spiel, vier seiner Aufschläge brachten drei Punkte. Hansi Nürnberger kam beim 23:22 trotz Hechtsprungs nicht mehr an den Ball. Zwar wurde der erste Satzball von Mendig noch abwehrt, doch die lautstarken Rufe der VSG-Fans nach 1 – 2 - Feuer brachten den Satz mit 25:23 klar ins Ziel.

2. Satz: 24:26: Wie gewonnen, so zerronnen!

a99a1808Der erste Punkt des zweiten Satzes ging nach einem langen und hartumkämpften Ball an die Coburger Volleyballer. Der 2,01 m große Litauer Gudas schien unüberwindlich, so dass das Ergebnis stets ausgeglichen war (9:9, 10:10). Marko Henke zeigte sich in Toppform beim 11:11. Und ein Superblock von Max Kessel führte zum 13:13. Zu dieser Zeit ließen die Mendiger bereits ihre Leidenschaft zum Spiel erkennen. Auch der VC-Trainer scheute zu keiner Zeit eine Diskussion mit den beiden Unparteiischen. Taktisch kluge Aufschläge setzten die Gastgeber nun unter Druck. Die Eintracht kämpfte mit allen Mitteln, so auch Sven Dick, der auch seinen Fuß zum Einsatz brachte. In dieser Phase hatten bereit einige der mitgereisten 14 „Supporters Mendig“ die Hüllen teilweise fallen lassen. Max Kessel zeigte beim 23:21 einmal mehr, dass er auch mit Köpfchen und Geschick am Ball agieren kann. Einige leichte Schwächen der Coburger ließen die VCler zu ihren Punkten kommen. Trotz zwei abgewehrter Satzbälle ging der 2. Satz mit 24:26 an die Eintracht.

3. Satz 21:25: Der Einbruch

a99a1853Konnte die VSG in den ersten beiden Sätzen noch voll mithalten, kam Mitte dieses Satzes der Einbruch. Das VSG-Schiff hatte zwar zuerst richtig Fahrt aufgenommen und war immer mit vier Punkten in Front gegangen. Beim 18:18 konnte Mendig jedoch erstmals ausgleichen. Das Spiel war an Spannung kaum zu überbieten. Es kämpften zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Die Volleyballer der VSG verschenkten ihren Vier-Punkt-Vorsprung an die Gäste. Die erste Führung für die Pfälzer war beim 19:20. Hart umkämpfte Ballwechsel folgten. Das Schmettermonster Marko Henke schlug beim20:21 noch mal kräftig zu, dDoch ging Punkt für Punkt an den VC Mendig. Es stand 21:24, Satzball, Mendig war am Aufschlag und holte sich mit 21:25 den 3. Satz zum 1:3 auf ihr Konto.

4. Satz 16:25: Kampf gegen den Namen "Mendig"?

a99a1916Zwar holten die Vestestädter wiederholt den ersten Punkt des Satzes, doch ließen sie die Gegner gleich auf 3:7 davonziehen. Frühzeitig nahm Trainer Maric ein Time-out: Hier versuchte er, die Spieler neu auf den stark und ehrgeizig spielenden Gegner einzustellen, doch vergebens. Zu durchsichtig war das VSG-Spiel. Nach dem starken Anfang konnten sich die Spieler im Angriff nur schwer durchsetzen und machten letztlich auf allen Positionen zu wenig Punkte. Die schwache Leistung der VSG ließen Trainer Maric und seinen Co Volker Pohl reagieren. Timo Köhler, Libero Philipp Schuhmann und der wieder ganz genesene Daniel Lottes wurden eingesetzten. Der 2,01 m große Mittelblocker war wieder voll da. Aber die Mendiger bauten ihren Vorsprung auf zehn Punkte aus (7:17). So hatten sich sowohl die gut 600 Zuschauer, als auch die Trainer die vorgenommenen Spielerwechsel sicher nicht vorgestellt. Der Eintracht-Spieler Sven Dick zeigte beim 14:23 einen traumhaften Flugaufschlag. Beim 15:23 durfte noch mal der VSG-Kapitän Spiller seine Qualitäten zeigen. Doch kam die Gegenwehr der VSG zu spät, die Schwächen in der Annahme rächten sich bitter. Der erste Matchball konnte noch egalisiert werden (15:24), doch nach einem Henke-Aufschlag war die VSG –Annahme zu spät am Ball und so mussten sie sich beim 16:25 dem Meister der letzten Saison in vier Sätzen geschlagen geben.

 

Stimmen zum Spiel

VC Mendig-Trainer Bernd Werscheck:

Wir waren heute auf allen Positionen stark. Der erste und zweite Satz war noch sehr ausgeglichen, doch konnten wir das Spiel letztlich durch unsere stabilere Annahme für uns entscheiden. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft heute.

Co-Trainer der VSG Coburg/Grub, Volker Pohl

Wir haben heute ein Vier-Punkte-Spiel verloren. Ich bin sehr enttäuscht, es ist schlecht gelaufen. Durch individuelle Fehler ist viel daneben gegangen. Aber jetzt haben wir erst mal Winterpausen und im Januar sieht die Welt schon wieder ganz anders und besser aus.

Peter Pillmann (Teammanager VSG)

Ich hatte heute fest mit den zwei Punkten gerechnet. Aber da kann man nichts machen. Meiner Meinung ging das Spiel durch eine ungenaue Annahme und ungenutzte Chancen verloren.

André Dehler (VSG-Vorsitzender)

Wir haben einfach zuviel versäumt um zu gewinnen, haben zu viele Annahme-Punkte einfach liegenlassen. Mitte des dritten Satzes kamen vermehrt Fehler auf. Schade. Mit Max Meuter und Beni Kucera haben uns heute einfach zwei sehr wichtige Leute in der Annahme gefehlt.

Silvio Schultze (2,07 m-Angreifer des VC MENDIG)

Unser Tal der Tränen ist endgültig vorbei. Unser Außenangreifer Niklas Rademacher war leider heute nicht dabei und hat sehr gefehlt, haben aber letztlich doch gewonnen. Wir hatten ja eine lange Zeit eine ganz schöne Durststrecke, was das Siegen anging. Die Mannschaft hatte sich noch nicht gefunden Die Spieler waren beruflich und privat (Familiennachwuchs) sehr eingespannt. So waren wir zu Anfang der Saison personell sehr schwach. Heute haben wir gut gekämpft und gewonnen.

Manuel Handels (VC Mendig-Mittelblocker)

Bin sehr zufrieden mit unserer Leistung heute. Wir haben zu recht gezeigt, dass es gut ist die eigene Jugend zu etablieren. Der Aufstieg ist diese Saison sowieso nicht unser Ziel, wir setzen mehr auf die Jugendarbeit und sind schon einem Platz zwischen drei und sechs zufrieden.
Claudio Azzali (Trommler der VSG): Das Spiel heute war wie „Winter ohne Schnee“.

 

Spieler und Schiedsrichter:

Aufgebot VSG Coburg/Grub

Steffen Reinsch, Jonas Ickerott, Daniel Lottes , Marko Henke, Hansi Nürnberger, Lukas Gudas, Timo Köhler, Patrick Speta, Torsten Spiller, Max Kessel, Philipp Schuhmann,  André Dehler. – Es fehlten:. - Max Meuter und Beni Kucera. - Trainer: Milan Maric. – Co-Trainer: Volker Pohl.

Aufgebot VC Eintracht Mendig

Sven Dick, Philipp Alsdorf, Christoph Schwenk, Simon Rüd, Mario Birk, , Peter Nogueira Schmid, Davic Meder, Manuel Handels, Tom Julius Werscheck, Sven Wilmers, Konstantin Skok, Sebastian Voß, Peter Wolf, Silvio Schultze. – Es fehlte: Niklas Rademacher. - Trainer: Bernd Werscheck.

Schiedsrichter:

Sabine Schön (Riechheim)

Ulrich Wegener (Ködnitz)

 

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