
12.02.2012 Spielbericht GSVE Delitzsch vs. VSG COBURG/GRUB 0:3, in Zusammenarbeit zwischen Timo Köhler und Frank Heumann
M1 – Die Revanche der Delitzscher
Mit einem klaren Sieg festigt Delitzsch seinen zweiten Tabellenplatz. Grub muss nach vorne schauen und hofft.
Schnellfassung eines nur 69 Minuten andauernden Volleyballeinsatzes mit 260km-Anfahrt quer durch die Nation:
Satz eins chancenlos, Satz zwei chancenlos, Satz drei aufgewacht, aber leider viel zu spät. Trainer Frank Pietzonka hat – nach dem schmerzlichen Punktverlust letzte Woche – seine Mannschaft gut auf den Konkurrenten aus Oberfranken eingestellt. Milan Maric brachte im dritten Satz den Grüber Zuspieler Timo Köhler, der die in den ersten beiden Sätzen verloren Qualitäten Kampfgeist, Mut und Idealismus zumindest wieder aufflackern lies. Fazit: Ein laues Lüftchen ist kein Mittel, um einen Titelaspiranten in dessen Arena ernsthaft zu bedrängen.
Die VSG COBURG/GRUB konnte allerdings am Wochenende an folgenden Stellen punkten: Die erste Damenmannschaft sicherte sich durch zwei Siegen in Kronach vorzeitig die Meisterschaft. Die zweite Herrenmannschaft wurde mit 2 Siegen in der Bezirksliga Vize-Meister hinter Bayreuth (30:6 Punkte). Wir gratulieren an dieser Stelle.
Zweite Bundesliga
Bei eisigen Kältegraden fuhren die Grüber nach Delitzsch, um eigentlich dort anzusetzen, wo man eine Woche vorher mit Dresden begonnen hatte. Niemals aufzugeben, Charakter zu zeigen, mit Köpfchen spielen und dem Gegner die breite Brust präsentieren: Frank Pietzonka hatte das VSG-Ergebnis gewarnt und deswegen hatte er sein Team, unbeeindruckt von den Nachrichten der VSG, nach einem absolut unnötigen Aussetzer (Punktverlust in Friedberg) zurück in die Kampfsbahn geführt.
Jetzt wird es noch enger für uns Grüber
Wenn es für die VSG nur ein verlorenes Spiel wäre! Die Rückrunde begann mit den Spielen gegen die "Großen" der vorderen Tabellenhälfte: Durmersheim, Dresden, Delitzsch. Am folgenden Samstag geht es dann gleich wieder hart mit dem FT Freiburg weiter, der sich auf den Platz vier der Tabelle stabilisiert hat. Der Druck auf Mannschaft und Trainer lässt also nicht nach. Der zweite Aufsteiger, Stuttgart, hat die Situation recht schnell begriffen und zeigt sich mutig mit einem 2:3 gegen Durmersheim! Gut für die Stuttgarter, aber schlecht für das Grüber Team im Kampf gegen das Tabellenende...
Die Situation richtig einschätzen!
Spielführer Torsten Spiller äußerte sich sehr kritisch und ruft gleichzeitig zum Umbruch auf: "Es kann nicht sein, dass wir uns mit einer guten Leistung gegen den Tabellenführer auf die faule Haut legen und dann eine Woche später mit 0:3 abgefertigt werden. Es geht ab sofort um jeden einzelnen Punkt und ich verlange von jedem die entsprechende Leistung."
Das Spiel:
Von Beginn an trat Delitzsch als klarer Favorit auf und lies zu keinem Zeitpunkt nach. Man hatte seine Schwächen aus dem Hinspiel, das man auch mit 3:0 verloren hatte, aufgearbeitet. Auf der Coburger Seite häuften sich jedoch von Anfang an die Eigenfehler. Die ersten beiden Sätze waren von einer unerklärlichen Unsicherheit geprägt. Der Stadionsprecher merkte auch deshalb im dritten Satz an:"Jetzt ist das endlich ein Zweitligavolleyball, wie wir das hier sehen wollen". Einigen guten Aktionen von den Mittelangreifern Daniel Lottes und Lukas Gudas folgten immer wieder unnötige Aufschlagfehler und Ungenauigkeiten im Spielaufbau.
Bei den Delitzschern war die Zielsetzung präzise: Wir wollen heute zu Hause gewinnen und unsere Gegner des Ost-Dreiecks beeindrucken (Dresden - Delitzsch - Leipzig). Coburg hingegen machte im ersten und zweiten Durchgang mehr den Eindruck, als hätte man die Punkte aus Sachsen bereits während der Anfahrt abgeschrieben. Immer wieder waren beeindruckende Einzelaktionen lobenswert, wurden jedoch durch Leitsinnfehler kompensiert.
Eine Pause, ein Ruck, ein kleiner Ruck, ein Wankelmut...
Die Stimmung in der VSG-Kabine während der Zehn-Minutenpause war entsprechend angespannt. Als hätte Coburg begriffen, dass man nun erst richtig im Abstiegssumpf steckt, besannen sich die Grüber, nun rund um den eingewechselten Zuspieler Timo Köhler zumindest zeitweise wieder auf die eigenen Fähigkeiten. Eine Fünf-Punkte-Führung war gerechter Lohn hierfür. Libero Benjamin Kucera provozierte eine Konfrontation mit dem im Hinspiel regelrecht neutralisierten Sebastian "Sammy" Reichstein. Damit war auch klar, wo der eigentliche Gegner stand: Natürlich auf der anderen Seite des Netzes. Vielleicht wäre diese Definition vor Beginn des ersten Satzes notwendig gewesen.
Trotz einem anfänglich homogeneren Spiel gönnte sich jeder einzelne Spieler wieder mentale Auszeiten. Zwangsläufig schmolz der herausgespielte Vorsprung und am Ende ging auch dieser Satz an den vor Selbstsicherheit strotzenden Gastgeber. Daran änderten auch die Diskussionen mit dem Schiedsgericht über knappe Entscheidungen in den entscheidenden Situationen dann auch nichts mehr.
Meinungen
"Unsere Leistung war nicht mehr der von letzter Woche vergleichbar. Anscheinend passen wir uns immer dem Gegner an und lassen diesen dann höflich gewinnen. So geht es aber nicht weiter. Wir müssen jetzt endlich realisieren, dass der Abstiegskampf für uns längst begonnen hat und dass nur noch das Motto -Vollgas- zählt", so der Libero und Jugendtrainer der VSG Beni Kucera nach der frustrierenden Niederlage.
"Ihr seid das Team! Arbeitet am Zusammenhalt und kämpft gemeinsam gegen den Abstieg" fügt Frank Heumann hinzu und mahnt auch die fehlende Verbindung zwischen den Einzelspielern an. "Gemeinsame Erlebnisse wie jetzt in Delitzsch, auch wenn sie negativ sind, müssen zusammen besprochen und bewertet werden, damit das Wir-Gefühl stärker wird. Erstens gewinnt man als Mannschaft, zweitens braucht man dazu alle wachen Köpfe und drittens muss Einer aus der Mannschaft die "Cujones" an den Tag legen, den anderen den Weg in schwierigen Situationen zu zeigen."
Im anstehenden Heimspiel gegen Freiburg hat das Flaggschiff der VSG die Chance zu zeigen, dass man aus der Klatsche in Delitzsch gelernt hat. "Für Überheblichkeit oder Arroganz ist spätestens jetzt kein Platz mehr", so Timo Köhler im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben.
Sie spielten für Delitzsch:
Christoph Rascher, Maik Winkler, Jens Andrä, Paul Geisler, Philipp Windmann, Jakob Feil, Björn Metzger, Sebastian Kynast, Carsten Schulze, René Berlet, Sebastian Reichstein, Trainer Frank Pietzonka
Unser Team:
Philipp Schumann, Jonas Ickerott, Torsten Spiller, Max Kessel, Timo Köhler, Patrick Speta, Benjamin Kucera, Hans-Peter Nürnberger, Daniel Lottes, Max Meuter, Steffen Reinsch, Lukas Gudas, Evgeny Metelskyi, Trainer Milan Maric
Vorschau:
Heimspiel am kommenden Samstag, 18.02.2012: Wie immer um 19.30 Uhr in der HUK-COBURG ARENA!


















