VSG COBURG/GRUB vs. FT 1844 FREIBURG 1:3 (24:26, 20:25, 25:13, 22:25), von Frank Heumann und Jeannette Feyler

M1 – VSG-Publikum vs. Freiburg 3:0

574 – teilweise grün verkleidete – Zuschauer sind unseren Rufen gefolgt und wollten sich die nächste Chance im Kampf gegen den Abstieg in der HUK COBURG Arena verfolgen. Und es war das versprochene erste von sechs Heim- und Endspielen mit all der Dramatik, die man im Tabellenkeller erwartet: Leider aber auch mit dem Ergebnis, dass sich nur der Gegner aus Freiburg wünschen konnte.

Am Anfang der Saison sagte Milan Maric, jeder kann jeden in dieser Liga schlagen. Heute können wir sagen: Die VSG könnte eigentlich jeden schlagen. Seit der Halbzeit der Saison ist aber klar geworden, dass die ersten Vier der 2. Bundesliga Süd sich von einem Neuling kaum nachhaltig beeindrucken lassen. Ob Dresden, Durmersheim, Delitzsch oder Freiburg: Ärgern konnten wir diese Teams in der Rückrunde schon, aber einen großen Punkteeingang auf dem Konto können wir unterm Strich nicht feststellen. Wir waren gut, aber nicht besser. Wir waren schnell, aber trotzdem zu langsam. Wir haben überrascht, lassen uns aber auch überraschen.

Freiburg tritt selbstbewusst in Coburg an

a99a0024Die Zeiten sind vorbei, bei denen unvorbereitete Teams nach Coburg kommen und geduckt in die Runde der vielen Zuschauer schauen, sich von Samba und Grünen-Höllen-Takten verunsichern lassen... ...Die grüne Hölle scheint jetzt überall in Süddeutschland bekannt zu sein.
Der FT war deswegen physisch und psychisch gut aufgestellt. Der erste Satz ging allerdings sehr knapp mit 24:26 für Freiburg aus.  Dabei hielten die Coburg/Grüber mehr als gut mit. Die von Patrick Speta appetitlich arrangierten Stellbälle wurden genüsslich von unseren Angreifern Lukas Gudas, von Daniel Lottes, von Schenja Metelskyi und Hansi Nürnberger in die verletzbaren Bereiche des gegnerischen Felds versenkt. Doch wie auch in der Vergangenheit, so überließ man so manch wichtigen Big Point immer wieder dem Gegner. Die erfolgreichsten Punkte macht der Block, doch da hatte der Zuspieler Freiburgs, Bernhard Steiert mit seinem äußerst variablen Spiel Gegenwehr angesagt. Er riss das Spiel weit auf und ärgerte ein um das andere Mal die zentrale Abwehrarbeit der Grünen.

Zuspieler Bernhard Steiert stei(g)ert sich

a99a0100Auch im zweiten Satz spielten die Freiburger locker auf und konnten den Satz leicht und schnell mit 20:25 für sich verbuchen. Besonders ins Auge fiel dabei wiederum Stellspieler Bernhard Steier, der seinen Angriff immer besser in Szene stellt. Damit ließ er erneut den VSG-Block schlecht dastehen. Hauptangreifer Frederic Barth und David Landa schossen die Bälle dort hinein, wohin es unser etwas löchriger Block zuließ.

Aber: Und die VSG kommt trotzdem zurück.

Den dritten Satz konnte die VSG mit einer tollen Leistung erobern. Plötzlich war sie wieder da, diese Genialität bei Schenja und Konsorten. Natürlich profitierte man auch von den Schwächen des Gegners, denn auch der Freiburger Zuspieler leistete sich Fehlaufschläge und einige "Gurken". Mit einem eindeutigen 25:13 liessen die VSG-Spieler ihr Können auf- und durchblitzen. Die Zuschauer durften wieder - ähnlich wie im Spiel gegen Dresden - ein tolles Zweitliga-Gefecht bewundern. Die Hoffnung war sofort wieder da.
Kann man die FTler doch noch schlagen? Man schnupperte Morgenwind, Klaus Köhler als DJ, SambaJuco und die Fans der Grünen Hölle brannten ein höllisch lautes Taktfeuerwerk ab.

Drei Punkte des Horrors

Da waren Sie wieder: Die drei Fehler. Wir kennen das schon bei den Grünen. Immer nach der Pause schleichen sie sich ein, die Fehler. Man ist nicht vollkommen bei der Sache und schwupps – sind drei wichtige Punkte weg, denen man dann den ganzen Restsatz hinterher laufen darf. Und wenn man schon kein Glück hat, kommt meistens Pech hinzu: Die Schiedsrichter bewerten einen Ball, der eindeutig getuscht war, nicht als Fehler... ...der Gegner spielt sich zurück, wird selbstsicherer und Coburg schaltet offensichtlich an der falschen Stelle einen Gang zurück: Wir kennen derzeit die Kunst sehr gut, den Gegner aufzubauen und uns selbst der größte Widerstand im Spielfeld zu sein. Fazit: Spiel mit 1:3 verloren, Freiburg nimmt die Punkte mit und wir stehen immer noch auf Platz 12.

Ihr seid klasse! Ein erstklassiges Publikum

a99a0955Gut erkennbar steht das Gros der Zuschauer hinter den jungen VSG-Spieler. Immer wieder werden die "A Patschn" geschwenkt und man spürt, dass man mit der 2. Bundesliga Volleyball in Coburg wirklich ein gutes Standing hat. Der für Volleyball typische Rhythmus ist Vielen ins Blut übergegangen und trotz verlorener Spiele steckt in Coburg keiner auf. "Das gegen Dresden war Pech", "auch heute haben sie toll gespielt", "die Anderen haben einfach immer ein wenig mehr Glück", "die Schiedsrichterentscheidungen gehen zu oft gegen uns", "sie können noch viel mehr", hört man aus der Menge und spürt, über welch wertvollen Rückhalt die Spieler verfügen.

Fazit dieses Spieltags:

Schaut man sich die Punkte an, dann werden die Sätze in den Heimspielen knapp verloren und /oder deutlich gewonnen. Das Publikum vermisst, dass im richtigen Augenblick die Konzentration vorhanden ist (Satzbeginn) und dass auf der langen Bahn der Sack zugemacht wird. Die VSG hat es drauf, stolpert aber immer wieder über sich selbst. Das ist aber keinesfalls eine Einzelspielersache, sondern wie immer beim Volleyball eine Sache des Willens des Einzelnen aber vor allem des Teams. Zuschauer und Vorstand stehen absolut hinter der Mannschaft und freuen sich, wenn die Wende eingeleitet werden kann beziehungsweise der sprichwörtliche Knoten platzt.

Mehr als Volleyball: Die VSG macht immer wieder einen Event aus den Spielen

a99a9419Dazu gehören aber auch verrückte Fans wie Martin Klostermann mit seiner Frau Rosi, die beide als Wikinger in die grüne Hölle kamen. Aber auch die Dehlers-Brüder, von denen einer als grüner Buck und der andere als 70er Disko-Grünling in die Zuschauer-Wahrnehmung eingingen. Bei allem Missmut und all der Trauer über die verlorenen Punkte überwiegt also dann auch wieder der Spaß am Spiel. Es ist ernst, es ist aber immer noch nicht zu spät, das Ruder herumzureißen.

Tut Gutes!

In der Satzpause bekamen die Klinikclowns von Herrn Petzold (Firma Fitalia) und Hallensprecher Klaus Köhler einen Scheck über 666 Euro überreicht. Den Klinkclown Karla Knuffel (Birgit Sauerschell) dankend entgegennahm. Er resultierte aus der Trikotversteigerung des Kilimandscharo-Teams und diversen anderen Aktionen der VSG Coburg/Grub.

Wie sieht die nähere Zukunft aus?

a99a0466Die VSG spielt am kommenden Wochenende bei den L.E. Volleys in Leipzig: Dort Punkte zu holen, ist eher unwahrscheinlich und trotzdem machbar (hört sich paradox an, ist es aber auch... ...es kommt eben auf die Tagesform an: unter Umständen erwischt Leipzig einen "saumiesen Tag"). Die Volleys rangieren derzeit gleich hinter Dachau auf Platz 6. Dachau wird dann auch das nächste Heimspiel sein. Die letzten drei Heimspiele der Saison heißen FRIEDBERG - GRAFING - STUTTGART: Und genau in diesen Spielen werden die Entscheidungen für den Verbleib in der 2. Bundesliga entschieden. Endspiele, Leute, Endspiele!

 ***

Für die FT 1844 Freiburg waren auf dem Feld:

2 VETTER TOBIAS
4 FREY PHILIPP
5 BARTH FREDERIC
6 JANSEN JAN
7 SADLEDER JULIAN
9 HELWIG SASCHA
10 STEIERT BERNHARD
11 LANDA DAVID
13 KURZ DAVID
14 SCHöNHAGEN JAKOB
15 STEMMANN JOHANNES

Für die VSG spielten:

1 SCHUMANN PHILIPP
2 ICKEROTT JONAS
4 SPILLER TORSTEN
5 KESSEL MAX
6 KöHLER TIMO
7 SPETA PATRICK
8 KUCERA BENJAMIN
9 NüRNBERGER HANS-PETER
10 LOTTES DANIEL
11 MEUTER MAXIMILIAN
12 REINSCH STEFFEN
13 GUDAS LUKAS
14 METELSKIY EVGENY

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