Spitzensport Volleyball soll in der Region bleiben!

Erste Schritte für den Erhalt von Bundesligavolleyball sind angedacht!

Coburg. Zugegeben, die Stimmung im Lager der VSG Coburg/Grub war in den letzten Tagen und Wochen nicht gerade berauschend, insbesondere seit Bekanntgabe der Deutschen Volleyballliga, dass den Coburger Volleyballern auf Grund von nichterfüllten Lizenzauflagen bis zu 6 Punkte abgezogen werden. Somit war dem Team um Trainer Itamar Stein der sportliche Lohn entzogen und die VSG rutschte von Platz 8 zum Ende der Hauptrunde auf einen Abstiegsplatz.

Wer nun an das Ende der VSG Coburg/Grub glaubt, wird Recht behalten. Nahezu einstimmig waren die Meinungen in den Gesprächen, die in den letzten Tagen mit Sponsoren, Fans und Funktionären geführt wurden. Will man einen Neuanfang starten, muss man jede Komponente überdenken, vom Teamnamen bis hin zum Vereinskonstrukt und Führungspersönlichkeiten. Für Fakten ist es an dieser Stelle noch zu früh, jedoch kann schon sehr positiv festgestellt werden, dass viele Sponsoren einen notwendigen Gesamtetat für die 2. Bundesliga sichern wollen.

Die VSG ist hingefallen. Einfach liegen bleiben wollen eine überwältigende Mehrheit nicht.

Stefan Finzel, Geschäftsführer der Firma finori und seinerseits einer der Hauptsponsoren, hat hierzu eine klare Einstellung: „Es war und ist nicht das Verständnis der Firma finori einfach aufzugeben. finori – das ist Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit gepaart mit Erfolgshunger. All diese Tugenden werden wir versuchen in den Neuanfang einzubringen.“

Teammanager Michael Dehler zeigt sich auf Grund der breiten Anteilnahme die durch die Aktion #RettetdieSchmiede ausgelöst wurde überwältigt: „Sowohl unsere treuen, langjährigen Sponsoren, als auch private Personen haben mir in unzähligen Telefonaten und persönlichen Gesprächen ihre Unterstützung zugesagt und möchten die Zukunft des Coburger Volleyballs aktiv mitgestalten.“ 

Neben dem schon fast gesicherten Etat steht außerdem der Trainer fest. Itamar Stein, der sich in Coburg zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter sehr wohl fühlt, hat schon jetzt signalisiert, dass er für eine Zweitligasaison in Coburg zur Verfügung steht. Somit sind schon zwei wichtige Säulen in dem neuen Konzept nahezu perfekt.

In der Pflicht sieht sich diesmal auch die Stadt Coburg. In einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung zusammen mit Teammanager, Bürgermeister und dem Sportamt wurde ganz klar signalisiert, dass auch die Stadt Coburg den Volleyballsport hier nicht sterben lassen kann und wird. Schließlich und endlich war es gerade das Volleyballteam das durch ihr Spielrecht in der höchsten Spielklasse Deutschlands, den Namen Coburg bundesweit vertreten hat.

Damit dies auch so bleibt, soll nun die Belastung innerhalb des Vereins auf mehrere Schultern verteilt werden, neue Strukturen geschaffen werden, eine schlagfertige und leistungsfähige Zweitligamannschaft zusammengestellt werden und mittelfristig der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga geschafft werden.

Eine große Rolle spielt zu diesem Zeitpunkt auch der langjährige Hauptsponsor und Wegbegleiter die VR Bank Coburg. Wolfgang Gremmelmaier, stellv. Vorsitzender der VR Bank Coburg, ist überhaupt nicht an einem Ende des Volleyballsports interessiert: „Der Sport in der Region, die sportlichen Leistungen der Spieler und Trainer und die Fans hätten das überhaupt nicht verdient. Allerdings müssen jetzt endlich einige Hausaufgaben und Baustellen beseitigt werden, damit der Spitzensport Volleyball langfristig gut aufgestellt ist.“

Die Weichen sind somit gestellt, damit sich Volleyballbegeisterte aus der gesamten Region auch in Zukunft hochklassigen Volleyball, insbesondere spannende Frankenderbys wie z. B. gegen die Oshino Volleys Eltmann oder den SV Schwaig in der Arena zu Gemüte führen können. Bei all den Problemen, die man hinter sich oder auch noch vor sich hat, steht allerdings die Erkenntnis, dass die Begeisterung für den Volleyballsport in Coburg nach wie vor ungebrochen ist.

Auch ein erstes Helfertreffen hat gezeigt, dass auch hier niemand ein Ende in irgendeiner Form will. In diesem überaus zahlreich besetzten Treffen am letzten Donnerstag stand das Signal auf „Ärmel hochkrempeln und anpacken“. Nun ist es an der Zeit aus allen gemachten Fehlern zu lernen und sorgfältig den Boden zu bereiten, die notwendigen Aufgaben anzugehen.

Erste Gespräche laufen.

Wir bleiben nicht liegen!

Wir stehen auf!

 

Mit Demut wird eine neuer grüner Pflanzenspross gepflanzt – wirtschaftlich und solide gestützt zu neuer Stärke.

 

Wir sagen Danke und wünschen ein frohes Osterfest!

Nach den Wochen der Aufregung und Ungewissheit, möchten wir die Ruhe der Ostertage nun nutzen, um einmal von ganzen Herzen DANKE zu sagen!

DANKE – DANKE – DANKE …

… an alle Fans und vor allem unseren Fanclub Hephaistos, welche das Team während der gesamten Saison bei Heim- und Auswärtsspielen lautstark und in großer Zahl unterstützt haben, selbst am letzten Spieltag in Berlin, als der Ausgang des Spiels nur noch Nebensache war! Ich habt dem Team vor Ort noch einmal einen würdigen Abschied bereitet!

… an all unsere ehrenamtlichen Helfer, die viel Zeit, Energie aber vor allem Herzblut in das Projekt Bundesliga investiert haben. Ihr seid das Herzstück, die den Spielbetrieb erst möglich machen!

… an all unseren langjährigen Sponsoren, die uns trotz dieser misslichen und aussichtslosen Lage die Treue gehalten haben und vertrauen in den Neustart haben!

… an unser Trainergespann Itamar und Volker, die es geschafft haben, aus „Einzelkämpfern“ ein TEAM zu formen, das uns in spannenden (5-Satz-)Spielen in seinen Bann gezogen und sich als „Team-zum-anfassen“ präsentiert hat!

… und vor allem unseren Spielern Ariel, Wojciech, Dylan, Ryan, Noah, Timon, Milan, Richard, Lubos, Lukas, Tom und Leonhard, die wahnsinnig professionell mit der Situation umgegangen sind, und trotz dieser Schocknachricht nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern bis zum Schluss Kampfgeist gezeigt haben! Wir wissen, dass es euch wahrscheinlich am härtesten getroffen hat und für viele die Zukunft ungewiss ist, wir hoffen aber, dass ihr alle euren Weg gehen werdet und der ein oder andere möglicherweise den Neuanfang mit uns wagt! 🙂 Ihr wart ein tolles Team!!!

 

Zur momentanen Situation: Wir arbeiten intensiv an Lösungen, um Spitzenvolleyball in Coburg zu erhalten.

In den vergangenen Wochen fanden aussichtsreiche Gespräche statt, in denen wir viel Zustimmung erhalten haben. Auch von der Basis gibt es eine breite Unterstützungsbereitschaft und den Wunsch auch in Zukunft hochklassigen Volleyballsport in der Region anbieten zu können. Das freut uns sehr! 🙂

Am gestrigen Gründonnerstag kamen knapp 50 Fans und Helfer der VSG zusammen, um sich über das Projekt „Spitzenvolleyball in Coburg“ auszutauschen. Es wurde offen über die momentane Situation gesprochen und intensiv an Lösungen für die Zukunft gearbeitet. Nach Ostern sollen hierfür dann die Weichen gestellt werden.

Bis dahin bitten wir euch noch um etwas Geduld. Wir benötigen noch ein paar Tage, bis wir euch genauere Informationen mitteilen können!

Jetzt wünschen wir Euch erst einmal ein frohes Osterfest! 🙂

 

Das VSG-Team

Der letzte Tanz der Schmiede?

Knapp 40 Fans der Schmiede machten sich am Samstag auf den Weg in die Hauptstadt um der Mannschaft die letzte Ehre zu erweisen. Nach einem weiteren Punktabzug der VBL rutschte die Mannschaft bereits vor der Partie auf den Abstiegsplatz ab und so war der Ausgang des Spiels fast Nebensache. Itamar Stein überraschte die mitgereisten Fans mit einer neuen Startformation, denn diesmal begann Wojciech Kwiecien als Zuspieler und Tom Weber ersetzte Leonhard Tille als Libero. Trotz der Hiobsbotschaft am Vormittag ging das Team mit einer professionellen Einstellung ins Spiel und wollte allen beweisen, dass man sportlich zu recht auf einem Platz im Mittelfeld steht. Ohne die neun abgezogenen Punkte hätte man in der Abschlusstabelle den 8. Tabellenplatz belegt und wäre mit Heimrecht in die Pre-PlayOff-Spiele gestartet.

Zu Beginn des Spiels merkte man, dass die Coburger Volleyballer ihre Nervosität im Berliner Volleyballtempel nicht ganz ablegen konnten. Der Hausherr konnte sich durch druckvolle Angriffe gleich zu Beginn des 1. Satzes etwas absetzen. Allerdings kämpfte sich die VSG bis zur ersten technischen Auszeit wieder heran. In der Folgezeit hatten die BR Volleys aber meist auf die guten Aktionen der Coburger eine noch bessere Antwort parat und so baute der 6-fache Deutsche Meister seinen Vorsprung auf 8 Punkte aus. Der eingewechselte Lukas Schattenberg konnte den Lauf der Berliner zwar durch ein Aufschlag-Ass etwas bremsen, aber die ungenaue Annahme in dieser Phase des Spiels verhinderte einen variablen Spielaufbau, sodass der Berliner Block den Angreifern der VSG meist wie eine Mauer im Wege stand. Zwar konnte vor allem Lubos Kostolani mit Einzelaktionen glänzen. Auf den deutlichen Satzverlust hatte dies aber keine Auswirkung mehr.

Im zweiten Durchgang brachte Stein Katzenelson für Kwiecien im Zuspiel. Die VSG fand nun besser ins Spiel und man konnte das Duell gegen den Erstplatzierten nun ausgeglichener gestalten. Zu viele Aufschlagfehler auf Seiten der VSG verhinderten aber, dass man die Berliner in dieser Phase abschütteln konnte. Eine kleine Schwächephase  nach der 1. Technischen Auszeit reichte aus um die Kräfteverhältnisse wiederherzustellen. Die Angriffe der Schmiede waren zu unentschlossen und der Gegenangriff der Berliner fand nach belieben den Weg ins Coburger Spielfeld. Die Mannschaft bewies aber Moral und kämpfte sich Punkt für Punkt wieder ins Spiel zurück. Leider schafften es Noah und Co nur phasenweise dem Starensemble aus der Hauptstadt Paroli zu bieten. Zu viele Fehler im Angriff und vor allem im Aufschlag nutzen die Berliner in der mit 3712 Besucher gut gefüllten Max-Schmeling-Halle aus, um sich am Ende wieder deutlich von den Coburgern abzusetzen und der der 9. Aufschlagfehler der VSG beschert Berlin symptomatisch den 2. Satzgewinn.

Die 1 % grünen Fans wollten sich aber noch nicht mit einer Niederlage zufrieden geben. Zu oft haben die Schmiede in dieser Saison ihr Kämpferherz entdeckt und selbst in hoffnungsloser Lage die Spiele noch gedreht. Die Anhänger des mitgereisten Fanclubs Hephaistos mobilisierten noch einmal all ihre Kräfte. Diese schien sich auch auf die Mannschaft zu übertragen, die sich jetzt aufbäumte und bis zur Mitte des Satzes den Anschluss halten konnte. Ein kurzer Zwischenspurt der Berliner reichte aber aus, um die Gäste aus Coburg abzuschütteln. Durch einige erfolgreiche Angriffe von Dylan Davis und Richard Mauler sowie Blockpunkte von Kapitän Noah Baxpöhler, der sein Team bis zum Schluss immer wieder motivierte, zwang man den Berliner Trainer Serniotti zwar sogar noch zu seiner ersten Auszeit, aber der Europacupteilnehmer aus der Hauptstadt ist zu abgebrüht als dass er sich noch die Butter vom Brot hätte nehmen lassen und konnte nach Minuten den ersten Matchball erspielen. Auch die taktische Einwechslung von Leonhard Tille, der in dieser Saison als VSG-Libero überzeugte, änderte nichts mehr daran, dass Coburg auch in der 5. Begegnung mit den BR-Volleys als Verlierer vom Platz geht.

Die Schmiede verabschieden sich erhobenen Hauptes aus der 1. Liga und bekamen noch einmal Standing Ovation von ihren treuen Fans. Wie bereits am Mittwoch war es ein tränenreicher Abschied mit vielen Emotionen sowohl auf Seiten der Fans als auch bei den Trainern und Spielern. Zu gern hätte man die Reise mit dem jungen, sympathischen Team in der 1. Liga fortgesetzt und die sportliche Entwicklung der Spieler weiter gefördert. Itamar Stein hat als Trainerdebütant gezeigt, dass er Spieler zu einer Einheit formen kann und jungen Spieler Selbstvertrauen gibt, dass sie sich sogar gegen die Großen der Liga behaupten können und zum Teil sogar ebenbürtig waren.

An dieser Stelle können wir aber fürs Erste nur Danke sagen!

Danke an Volker Pohl und Itamar Stein und dem restlichen Trainer- und Physioteam, die in dieser Saison eine herausragende Arbeit geleistet haben, danke an die Spieler, die uns viele schöne Momente geschenkt haben und sich bis zum Ende professionell verhalten haben, danke an die zahlreichen Helfer, die an den Heimspielen für einen reibungslosen Verlauf sorgen,  danke an die treuen Sponsoren, die seit Jahren das Bundesligaprojekt ermöglichen und vor allem Danke an unsere einzigartigen Fans, die Feuer und Flamme für die VSG sind und sich nichts sehnlicher wünschen, als dass es mit Spitzenvolleyball in Coburg weitergeht.

Wir werden weiter für euch kämpfen und versuchen das Feuer in der Schmiede wieder zu entfachen, denn grün ist die Farbe der Hoffnung und diese stirbt sprichwörtlich erst am Ende.

 

Text: Michael Dehler (Teammanager)

Foto: Eckhard Herfet (Berlin Recycling Volleys)

VSG verabschiedet sich tränenreich von seinen Fans!

Nach 1,5 Stunden harten Kampf verlor die VSG Coburg/Grub ihr letzte Heimspiel in der Schmiede gegen das Topteam aus Frankfurt mit 0:3-Sätzen. Doch nicht die Niederlage sondern der unsichere Ausblick in die Zukunft ließ einige Augen feucht werden.

Zu Beginn des ersten Satzes merkte man den Spielern der VSG Coburg/Grub an, dass sie sich im letzten Heimspiel noch einmal etwas vorgenommen hatten. Das Team von Trainer Itamar Stein ging schnell mit 8:4-Punkten in Führung. Die United Volleys kamen nun allerdings besser ins Spiel und konnten vor allem durch starkes Aufschlagspiel die VSG-Annahme unter Druck setzten. Zur Mitte es Satzes war es dann Moritz Reicher auf Seiten der Gäste, der mit sechs wuchtigen Aufschlägen die entscheidenden Punkte für sein Team sammelte. Der Tabellendritte aus Frankfurt gewann den ersten Durchgang am Ende klar mit 25:19-Punkten.

Im zweiten Satz konnte die VSG Coburg/Grub gegen den Favoriten aus Frankfurt weiter gut mithalten und besonders die Annahme um Libero Leonard Tille kam nun besser ans Netz. Die Schmiede erarbeiteten sich wiederum einen Vorsprung und konnten diesen auch bis kurz vor Satzende verteidigen. Trotz zweier taktischer Auszeiten durch VSG-Trainer Stein schafften es die Gäste durch gutes Blockspiel abermals eine Reihe Angriffe des Hausherren zu entschärfen und gingen beim Stand von 19:18-Punkten erstmals in diesem Satz in Führung. Am Satzende wurde es dann spannend, die VSG konnte vier Satzbälle der Gäste abwehren und zum 24:24 ausgleichen. United-Trainer Michael Warm brachte in dieser Phase Moritz Reichert auf’s Feld der mit einem gelungen Angriff und einem Ass im Aufschlag für die 26:24 Satzentscheidung brachte.

Nach der Pause, in der die VSG-Verantwortlichen nochmals zur Unterstützung der in Schieflage geratenen VSG-Schmiede aufriefen (https://www.youtube.com/watch?v=aGx3BOJztnQ&feature=youtu.be), spielten beide Mannschaften weiterhin hochklassiges Bundesligavolleyball. Am Satzende ging die VSG sogar 23:21-Punkten in Führung ehe wiederum Moritz Reichert mit drei Aufschlagpunkten seinem Team den ersten Matchball besorgte. Diesen und weitere Matchbälle wehrten die Schmiede noch ab, ehe die Gäste mit 27:25-Punkten den Sack zumachten.

Trainer Itamar Stein: „Die Mannschaft hat vor allem in Anbetracht der aktuellen Umstände eine gute Leistung gebracht. Wir haben gegen einen starken Gegner jederzeit mithalten können, aber am Ende haben uns ein paar Prozentpunkte gefehlt. Die Lockerheit vom Anfang der Saison ist leider nicht mehr da und kann auch im Moment gar nicht da sein. Ich hoffe, dass es nicht das letzte Mal war, dass wir hier in der Arena gespielt haben. Für den Fall, dass es so warm möchte ich mich bei allen Fans, Unterstützer und Sponsoren bedanken, die uns bis zuletzt die Treue gehalten haben!“

Die aktuelle finanzielle Lage bei der VSG Coburg/Grub hat sich seit Wochenbeginn nicht entscheidend verbessert. Trotz viele Aktionen und sehr viel Solidarität von allen Seiten, fehlt weiterhin eine mittlere fünfstellige Summe zur Rettung der Schmiede. Ein weiterer Punktabzug durch die Volleyballliga und damit das Zurückfallen auf den Abstiegsplatz wird die Folge sein. Das VSG-Team wird trotz der schwierigen Situation die Saison am Samstag in Berlin würdig beenden und weiterhin kämpfen, dass eine Rettung von Spitzenvolleyball in Coburg geschafft wird.

Wenn schon die 1. Bundesliga nicht gehalten werden kann, so könnte mit der nötigen Unterstützung der Sponsoren und Fans ein Neuanfang in der 2. Bundesliga das Mittel der Wahl sein.

Beim Dank der Mannschaft an die Fans flossen viele Tränen auf dem Parkett in der Arena. Hoffentlich treffen diese Tränen irgendwo auf fruchtbaren Boden und eine neue Pflanze kann aus der Erde wachsen!

MVPs:
Timon Schippmann (VSG Coburg/Grub)
Moritz Reichert (UnitedVolleys RheinMain)

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. Fotografen

VSG Coburg/Grub will weiterkämpfen!

Am Mittwochabend trifft die Bundesligammannschaft der VSG Coburg/Grub um 19:30 Uhr im letzten Heimspiel der Hauptrunde auf die United Volleys RheinMain. Am Sonntag geht es dann noch auswärts in der Max-Schmeling-Halle gegen den Tabellenführer Recycling Volleys Berlin.

Der Gegner aus Frankfurt spielt das erste Jahr in der ersten Bundesliga und ist dank eines hohen sechsstelligen Etats sofort zu einem der Spitzenteams der Liga geworden. Schon bei der Saisoneröffnung zeigte das komplett neu zusammengestellte Team von Trainer Michael Warm, dass man mit Top-Teams wie dem VfB Friedrichshafen durchaus mithalten kann. Kurz vor Saisonende stehen die Hessen auf den dritten Tabellenplatz und haben gute Aussichten im Meisterschaftsrennen ein Wörtchen mitzureden. Sollte es nicht gleich ersten Jahr mit der Meisterschaft für Frankfurt klappen, so wird man sich doch sehr wahrscheinlich für den internationalen Wettbewerb qualifizieren.

Trainer Itamar Stein: „Frankfurt oder United Volleys RheinMain hat vor der Saison mit dem nötigen finanziellen Background ein starkes Team zusammengestellt. Es war mir klar, dass sie mit diesem Kader in der oberen Tabellenhälfte landen werden. Sie spielen sehr konstant und haben sehr gute Einzelspieler. Wir wollen den Fans in der Arena allerdings nochmal ein Spektakel liefern und zeigen, was in unserem Team steckt. Ich glaube wir können die finanzielle Kurve noch bekommen und hoffe,  dass viele Unterstützer der VSG Coburg/Grub am Mittwochabend in die Halle kommen!“

Über der Bundesligamannschaft der VSG Coburg/Grub schwebt weiterhin das finanzielle Damokles-Schwert und es droht ein weiterer Punktabzug, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachgewiesen werden kann. Wie bereits in der Pressemitteilung verkündet, gäbe es trotz des sportlichen Abstiegs durch weitere Punkstrafen die Möglichkeit in der 1. Bundesliga weiterzuspielen, allerdings wäre auch eine Lizenz für die 2. Bundesliga, bei gleichzeitigem Aufbau professioneller Management und Organisationsstrukturen ein denkbarer Weg für die Coburger Volleyballschmiede. Im schlimmsten Fall, aber den will sich natürlich niemand ausmalen, wäre auch ein komplettes Ende von Spitzenvolleyball in Coburg/Grub denkbar.

VSG-Teammanager Michael Dehler: „Es wäre schade, wenn Spitzenvolleyball in Coburg verschwinden würde, da wir doch viele Anhänger haben und in den letzte fünf Jahren oftmals über 1000 Zuschauer in die Halle gelockt haben. Die Mannschaft hat auf die Nachricht über die aktuelle Situation eine super Reaktion gezeigt und war sofort bereit mitzuhelfen, dass es auch über das Saisonende hinaus weitergehen kann. Keiner will das Feuer ausgehen lassen, aber am Ende brauchen wir einen gewissen finanziellen Rückhalt, um im nächsten Jahr Bundesligavolleyball zeigen zu können!“

Die Mannschaft von Trainer Itamar Stein wird die aktuelle Saison auf jeden Fall zu Ende spielen und rüttelt mit persönlichen Statements in den sozialen Medien die Menschen auf.

Die VSG Coburg/Grub ruft zudem Freunde und Gönner zu Spenden für einen Erhalt von Bundesligavolleyball in Coburg auf. Unter dem Betreff „Rettet die Schmiede“ kann auf folgendes Konto gespendet werden:

Verein der Freunde und Förderer des Volleyballsport e.V.

IBAN: DE06 7836 0000 0006 4441 99

BIC: GENODEF1COS 

Statement Hans Michelbach: Als Sportler und Präsident der Coburger Turnerschaft bedauere ich die Entwicklung zutiefst, dass es trotz größter Anstrengungen bisher nicht dauerhaft gelungen ist, Erstliga-Volleyball in der Region eine sichere finanzielle Basis zu geben. Coburg ist mit ca. 17000 in Sportvereinen angemeldeten Bürgern eine bedeutende Sportstadt und gerade auch die Vielfalt an höherklassigem Sport ist es doch, die unsere Stadt auch für Neubürger so attraktiv macht und einen erheblichen Standortvorteil für die Coburger Unternehmen darstellt, die im Wettbewerb mit Konkurrenten in größeren Städten stehen. Ich verliere nicht den Glauben daran, dass eine finanzielle Konsolidierung noch möglich ist, damit diese schöner Sport auch weiterhin seine Fans begeistern kann und appelliere daher an Politik und Wirtschaft in Coburg und der Region, an einem Strang zu ziehen und die Rettung des Projektes 1. Liga Volleyball noch möglich zu machen.“

Statement Präsidenten der Coburger Hochschule Prof. Dr. Michael Pötzl: „Die Hochschule Coburg sieht einem möglichen Rückzug des Volley-Bundesligisten VSG Coburg/Grub aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mit großer Sorge entgegen. Seit drei Jahren ist die Hochschule Coburg Kooperationspartner. Sie bietet zusammen mit dem Studentenwerk Oberfranken nicht nur Appartements für studierende Spitzensportler, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch einen Zugang zu ihren zulassungsbeschränkten Studiengängen an. Präsident Pötzl dazu: „Es wäre ein herber Verlust für Coburg, wenn die VSG Coburg/Grub mit ihrem jungen Team absteigen würde. Spitzensport gehört wie die Kultur längst nicht mehr zu den weichen, sondern den ‚halbharten‘ Standortfaktoren. Insofern hoffe ich sehr auf eine Lösung. Die Hochschule Coburg bietet jedenfalls weiterhin ihre ganze Kreativität an. So wie beim Maskottchen auch.“

 

 

Text: André Dehler

Fällt nächste Woche der letzte Hammer?

Das Auswärtsspiel der VSG Coburg/Grub am Samstagabend gegen den Tabellenletzten TV Rottenburg war nach der Nachricht der VBL, dass die Coburger Volleyballer mit einem Abzug von drei Punkten bestraft werden zweitrangig. Die Spieler versuchten zwar die negative Nachricht abzuschütteln und kämpften wie gewohnt mit vollem Einsatz, letztlich war aber die Überzeugung der Hausherren stärker, als die „Jetzt-erst-Recht-Mentalität“ der VSG-Spieler.

Die Gründe für den Punktabzug liegen in Verstößen gegen das wirtschaftliche Lizenzierungsverfahren und im Nichteinhalten von Fristen. Die VSG-Verantwortlichen haben eine Nachfrist bekommen, die Ende nächster Woche abläuft. Wenn bis dahin kein Nachweis über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erbracht ist, droht ein weiterer Punktabzug und damit der Fall auf den Abstiegsplatz.

Man muss kein Jurist sein um zwischen den Zeilen zu lesen, was dies bedeutet. Die VSG Coburg/Grub steckt in akuten finanziellen Schwierigkeiten und kann den Spielbetrieb unter aktuellen Voraussetzungen nur noch bis Ende der Saison aufrechterhalten. Der Lizenzentzug und damit der direkte Fall in die 4. Liga ist mit Beendigung der Hauptrunde abgewendet, aber ob Volleyball in Coburg in einer 2. Bundesliga oder gar in der 1. Bundesliga künftig weitergespielt werden kann steht in den Sternen.

Noch ist das Feuer aber nicht aus bei den Schmieden, die in den letzten 3 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse angetreten waren. Trotz des sportlichen Erfolges wurden die Vestestädter dabei weiterhin unter hohem personellen Aufwand ehrenamtlich geführt und fast der komplette Etat in die Mannschaft gesteckt. Es wurde gespart, wo es nur ging doch am Ende ist vor allem die Einnahmenseite das Problem.

Alle kreativen Ideen und Sponsorengespräche der letzten Wochen und Monate führten nicht zu dem erhofften Ergebnis. Die VSG Coburg/Grub befindet sich am Scheideweg und kann trotz einiger getätigter Sponsorenzusagen für nächste Saison und trotz des Treuebekenntnisses fast aller Spieler keine Weiterführung eines hochklassigen Spielbetriebs in der nächsten Saison garantieren.

Dennoch geben die Verantwortlichen nicht auf und hoffen, dass es vielleicht doch noch die letzte Rettung der Schmiede geben kann.

Dabei wäre sowohl ein Szenario in der 1. Bundesliga, als auch in der 2. Bundesliga denkbar. Der finanzielle Aufwand wäre in der 2. Bundesliga dabei natürlich geringer. Der Vorteil bei einem Neuanfang in der 2. Bundesliga wäre der Aufbau von hauptamtlichen Strukturen im Management und eine längere Spielzeit (September bis April), die für lokale Sponsoren attraktiver wäre.

In der 1. Bundesliga könnte man nur über eine Hintertür weiterspielen. Sollte die VSG nach den Punktabzügen auf dem letzten Tabellenplatz stehen, würde die Mannschaft als sportlicher Absteiger feststehen. Die Statuten der Volleyball Bundesliga erlauben es allerdings einen Antrag auf den Verbleib in der 1. Bundesliga zu stellen. Dafür gibt es allerdings zwei wichtige Voraussetzungen.

Erstens muss es einen freien Platz in der 1. Bundesliga geben. Dies wäre der Fall, wenn einer der Meister der 2. Ligen und deren Nachrücker auf den Aufstieg verzichten würden oder die Lizenz nicht erteilt bekämen. Diese Voraussetzung tritt aller Voraussicht nach ein.

Die zweite, noch viel wichtigere Voraussetzung, ist das Vorweisen eines soliden Wirtschaftskonzepts der VSG, um die Lizenzauflagen der Liga zu erfüllen.

VSG-Teammanager Michael Dehler: „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten an einer Lösung des Problems gearbeitet und versucht die Weichen für die neue Saison zu stellen. Es gab hierbei viele gute Gespräche, doch leider scheitert es an den nötigen finanziellen Zusagen. Wir brauchen im nächsten Jahr in der 1. Bundesliga zwei hauptamtliche Stellen in der Geschäftsführung, einen hauptamtlichen Jugendleiter und zusätzlich einen Hallenboden ohne Fremdlinien, der jeden Spieltag auf- und abgebaut werden muss. Wir müssen also mit einem deutlich höheren Etat planen. Unser Etat war in jeder Saison auf Kante genäht und die Einsparungen bei Fahrt-, Werbe- und Spieltagskosten sind an ihre Grenzen gestoßen. Es ist traurig zu sehen, dass wir trotz des ehrenamtlichen Einsatzes von 50 Helfern an jedem Spieltagen und über 10 Leuten in der Organisation, die hunderte Stunden im Jahr unentgeltlich einbringen,  den Erstligastandort nicht halten können. Es tut mir für die Ehrenamtlichen und die Fans sehr leid, aber vielmehr trifft mich das Schicksal von Mannschaft und Trainer, die nun vor einer ungewissen beruflichen Zukunft stehen. Vielleicht gibt es ja doch noch einen Retter, der nächste Woche oder spätestens bis Ende des Monats zu Gesprächen bereit ist und uns bei einer Neuausrichtung unterstützt. Zudem hoffen wir natürlich, dass uns unsere langjährigen Sponsoren, die oftmals auch zu Freunden geworden sind, auch in einer 2. Bundesliga unterstützen werden.“

Die VSG Coburg/Grub muss bis 1. April die Lizenzunterlagen für eine Lizenz in der 1. oder 2. Liga bei der VBL einreichen. Für den Fall, dass dies nicht möglich ist droht der Gang in die 3. Liga oder gar ein kompletter Verzicht auf ein hochklassiges Spielrecht.

Das letzte VSG-Heimspiel der Hauptrunde am Mittwoch, 09. März 2016 um 19:30 Uhr kann also für lange Zeit das letzte hochklassige Volleyballspiel in der Arena auf der Lauterer Höhe sein. Wer es also mit den Coburger Volleyballern und der jungen Mannschaft der VSG Coburg/Grub hält, sollte es sich nicht entgehen lassen, diese ein letztes Mal live zu sehen und leise Abschied zu nehmen.

Auch Spieler und Trainer möchten sich an dieser Stelle selbst zur Situation äußern:

VSG Coburg/Grub reist zum Tabellenletzten Rottenburg!  

 

Der TV Rottenburg steht in der Volleyball Bundesliga mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft von Trainer Hans-Peter Müller-Angstenberger gehört seit dem erneuten Aufstieg 2008 ununterbrochen der höchsten deutschen Spielklasse an und war im Jahr 2010 sogar im Europapokal unterwegs. In dieser Saison läuft allerdings bisher alles gegen den TV Rottenburg. Viele Verletzte und knappe Niederlagen führten dazu, dass die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr schwebt. Die Gastgeber vom Neckar konnten bisher nur zwei ihrer 18 Bundesligapartien gewinnen und stehen somit mir 11 Punkten auf dem Abstiegsplatz. Das vorletzte Hauptrundenspiel, am Samstag, 05.03.16 in der Paul-Horn-Arena in Tübingen, gegen die Coburger ist dabei vermutlich der letzte Rettungsanker. Das letzte Saisonspiel des TVR wird gegen den Rekordmeister aus Friedrichshafen stattfinden und dort stehen deren Siegchancen eher schlecht.

Im Hinspiel im Dezember konnte die VSG in der heimischen Arena mit 3:2-Sätzen gegen Rottenburg die Oberhand behalten und feierte damit ihren sechsten und bisher letzten Saisonsieg. Seit diesem Spiel ist es für die Mannschaft von Trainer Itamar Stein schier wie verhext. Trotz einiger guter Auftritte konnte die VSG Coburg/Grub im Jahr 2016 lediglich zwei Punkte holen. Durch den guten Saisonstart mit 6 Siegen aus 7 Partien steht die Coburger Volleyballschmiede allerdings immer noch mit 17 Punkten auf dem achten Tabellenplatz und die Qualifikation für die Pre-Playoffs steht bereits fest.

In der Rückrunde haben sich die Mannschaften besser auf die Spielweise der Coburger eingestellt und besonders im druckvollen Aufschlagspiel schwächelte die VSG zuletzt gehörig. Die Rückkehr der Stammspieler Dylan Davis und Milan Hrinak, die beide krankheitsbedingt beim letzten Spiel in Düren nicht dabei waren, schürt Hoffnung, dass es endlich mit ersten VSG-Sieg in diesem Kalenderjahr klappen könnte.

Trainer Itamar Stein: „Wir haben noch drei Hauptrundenspiele und auch wenn vielleicht nach vorne nicht mehr viel möglich ist, so ist es dennoch wichtig wieder Siege einzufahren. Wir brauchen Selbstvertrauen für die Spiele in der Pre-Playoffs und das wollen wir uns in den Spielen gegen Rottenburg, Frankfurt und Berlin holen. Der TV Rottenburg ist eine Mannschaft die vom Niveau mit uns auf Augenhöhe liegt und es gab in den letzten drei Jahren immer enge Duelle. Ich erwarte einen Hexenkessel mit über 2000 Zuschauern, die ihre Mannschaft im Abstiegskampf bis zum letzten Punkt unterstützt. Es wird sicher einer emotionales Spiel und meine Mannschaft wird beweisen müssen, wie gut sie mit der Situation umgehen kann!“

VSG-Kapitän Noah Baxpöhler: „Ich hoffe, dass wir in Rottenburg endlich wieder einen Sieg holen können. Rottenburg ist eine gute Mannschaft und gehört in die 1. Liga. Eigentlich darf der Verein nicht absteigen, aber wir können darauf keine Rücksicht nehmen!“

Das Spiel der VSG Coburg/Grub wird ab 19:15 Uhr wie gewohnt live im Internetstream auf www.sportdeutschland.tv gezeigt.

 

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. Fotografen

Letztes Aufgebot der VSG schnuppert an Punktgewinn in Düren!

 

Die Auswärtspartie der VSG Coburg/Grub in Düren stand vor Spielbeginn unter keinen guten Vorzeichen. Zuspieler Wojciech Kwiechien und Tom Weber waren angeschlagen nur bedingt einsatzfähig und Milan Hrinak und Dylan Davis konnten grippebedingt erst gar nicht die Reise nach Düren antreten. Das Team der Schmiede stellte sich sozusagen von selbst auf. Trainer Itamar Stein wollte das Beste aus den bescheidenen Möglichkeiten herausholen und musste hoffen, dass das verbliebene Personal über die gesamte Spieldauer durchhielt.

Zu Beginn des Spiels starteten die Coburger hervorragend ins Spiel und konnten sich direkt mit fünf Punkten absetzen. Die Coburger zeigten in dieser Phase eine solide Annahme und flexibles Angriffsspiel. Düren kam zwar im Laufe des Satzes immer mehr auf, aber bis Satzende konnte die VSG eine knappe Punktführung behaupten. In der entscheidenden Phase des ersten Durchgangs war es dann Lubos Kostolani der den zweiten Satzball zum 25:23-Satzgewinn für die VSG verwandelte.

Im zweiten Satz startete Düren mit mehr Druck im Aufschlag und die Coburger Volleyballschmiede sahen sich direkt zu Satzbeginn einem 4:8-Rückstand gegenüber. Die Gäste aus Coburg kämpften in der Folge um den Anschluss wieder zu erlangen. Besonders Lubos Kostolani mit seinen Hammerschlägen und der agile Libero Leo Tille waren in dieser Phase die besten Akteure auf Coburger Seite. Zur zweiten technischen Auszeit konnte die VSG den Punktrückstand auf drei Punkte verkürzen. Dürens Trainer Anton Brahms nahm dann beim 17:17-Ausgleich eine Auszeit für das Heimteam und gab neue taktische Anweisungen, wie seine Mannschaft gegen den nun gut stehenden Block der VSG spielen sollte. Beide Teams zeigten nun volle Konzentration in ihren Spielaktionen. Die VSG konnte sich beim Spielstand von 24:22 zwei Satzbälle erspielen, konnte diese aber nicht nutzen und sah sich ihrerseits bei 24:25-Punkten einem Satzball gegenüber. Das Spiel stand nun auf Messersschneide und es entwickelte sich ein wahrer Volleyballkrimi ehe sich die Dürener mit 31:29-Punkten den Satzausgleich sicherten.

Nach der Pause zeigte sich das Team von Trainer Itamar Stein geschockt vom Satzverlust und lag nach einigen Fehlern im Angriffsspiel schnell mit 2:6-Punkten zurück. Eine Auszeit vom VSG-Trainer brachte zunächst keine Stabilität in den Spielaufbau der VSG und zur Satzmitte hatte sich Düren einen komfortablen Vorsprung erspielt. Den Coburgern fehlte es in diesem Satz vor allem an Durchschlagskraft im Angriff. Ein deutlicher 25:12-Satzgewinn für die Gastgeber war die logische Folge.

Im viertem Durchgang kontrollierten die Hausherren weiterhin nach Belieben das Spiel und die VSG  kam lediglich zu einigen Achtungserfolgen. Trainer Itamar Stein waren durch die schwache Personaldecke in puncto Spielerwechsel leider die Hände gebunden und so musste der VSG-Coach zusehen, wie eine Partie die verheißungsvoll begann umso ernüchternder endete. Am Ende siegte Düren verdient mit 3:1-Sätzen, weil es die Coburger nicht schafften den zweiten Satz für sich zu entscheiden und in der Folge den Glauben an einen Überraschungscoup verloren.

Trainer Itamar Stein: „Es ist absolut bitter, dass wir am Ende in den Sätzen 3 und 4 in dieser Höhe verlieren. Wir haben zwei Sätze gut mitgehalten und das Beste aus unserer Situation gemacht. Wenn man allerdings nur 7 fitte Spieler dadurch und keinerlei Wechselmöglichkeiten hat, dann reicht es eben nicht um Punkte in Düren zu holen!“

 

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. Fotografen

VSG Coburg/Grub reist nach Düren!

Die VSG Coburg/Grub muss im viertletzten Spiel der Hauptrunde der Volleyballbundesliga beim Tabellenvierten in Düren antreten. Im Hinspiel im November konnten die Coburger den Europapokalteilnehmer aus Düren in der Arena lange die Stirn bieten und musste sich am Ende nur knapp mit 2:3-Sätzen im Tie-Break geschlagen geben. Damals standen die beiden Teams punktgleich in der vorderen Tabellenhälfte.

Nun sind die Voraussetzungen für die Begegnung aber andere. Die VSG konnte in den letzten acht Saisonspielen nur 2 Punkte holen und rutschte von Platz 4 auf Rang 8 ab. Düren dagegen wurde seinem Ruf als deutsches Top-Team gerecht und setzte sich in der vorderen Tabellenhälfte fest. In den letzten drei Spielen musste Düren aber drei Niederlagen in Serie gegen Berlin, Rottenburg und Frankfurt einstecken. Die Westdeutschen sind gegen die VSG dennoch der Favorit. Im Hinspiel hat die Mannschaft Trainer Itamar Stein allerdings gezeigt, dass man in guter Form durchaus mit den Dürenern mithalten kann. Das Problem der Vestestädter ist im Moment die Konstanz. In jeder Begegnung kann die VSG ein oder sogar zwei Sätze gewinnen, zu einem Sieg reichte es allerdings im Jahr 2016 noch nicht.

VSG-Trainer Itamar Stein hofft im Auswärtsspiel gegen Düren darauf, dass einige Spieler ihre Krankheiten weitgehend auskurieren haben und mit neuer Kraft in die Endphase der Saison gehen können: „Die Situation im Training mit einigen kranken und angeschlagenen Spielern ist sicher nicht normal, aber auch andere Teams haben die gleichen Probleme. Wir müssen die letzten vier Spiele der Hauptrunde nutzen um unsere Konstanz aus der Hinrunde wieder zu finden. Wir brauchen noch mindestens einen Sieg um den achten Tabellenplatz zu verteidigen, das ist unser Minimalziel. In den Pre-Playoffs, die am 16.3. beginnen, werden die Karten ohnehin neu gemischt!“

Die Lage in der Liga:
An der Tabellenspitze hat Berlin bereits sechs Punkte Vorsprung auf den amtierenden Meister Friedrichshafen. Die United Volleys, Düren und Lüneburg sind zudem bereits sicher auf direktem Weg für die Playoffs qualifiziert. Um den 6. Platz streiten sich der TV Bühl und der TSV Herrsching. Die VSG Coburg/Grub auf Platz 8 muss sich den Verfolgern aus Königstwusterhausen und Mitteldeutschland erwehren, hat allerdings noch 5 Punkte (2 Siege) Vorsprung auf diese beiden Mannschaften. Diese wiederum haben nur einen Punkt mehr als der Tabellenelfte Rottenburg. Der Elftplatzierte geht am Ende der Hauptrunde als direkter Absteiger in die zweite Bundesliga, der Neunte und Zehnte können über den Umweg Pre-Playoffs sogar noch ins Playoffviertelfinale einziehen.

Das Spiel der VSG gegen Düren ist wie gewohnt im Live-Stream auf sportdeutschland.tv zu sehen!

 

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. fotografen

Grippegeschwächte VSG Coburg/Grub unterliegt in Herrschinger Hölle!

In der GCDW-Arena, wie die Oberbayern ihre Spielhalle nennen, konnte die VSG Coburg/Grub im Bayerischen Derby nur einen Satz gewinnen und musste ohne Punkte nach Coburg zurückreisen. Es läuft derzeit nicht mehr für die Coburger Volleyballer, denn nach einer fulminanten Siegesserie in der Hinrunde schaffen es die Grünen aktuell nicht, die nötige Konstanz an den Tag zu legen, um einen Punktvorsprung oder ein Spiel nach Hause zu bringen. Dabei spielen oft Kleinigkeiten eine Rolle. Trainer Itamar Stein stehen in der aktuellen Phase der Saison leider nicht alle Spieler zur Verfügung. Krankheiten oder Verletzungen erschweren den Trainingsbetrieb und schränken den Chefcoach in seinen taktischen Möglichkeiten bei den Punktspielen ein.

Am Samstagabend reiste die VSG mit einigen grippegeschwächten Spielern an den Ammersee zum Spiel der Tabellennachbarn. In der kleinen Nikolaushalle hatten die Vestestädter am Anfang einige Anpassungsprobleme und ehe sich die Mannschaft um Kapitän Noah Baxpöhler versah, waren die Hausherren einige Punkte enteilt. Die VSG fand nur schwer ins Spiel und so konnte Herrsching den ersten Satz deutlich gewinnen.

Im zweiten Durchgang kamen die Schmiede, allen voran Diagonalangreifer Lubos Kostolani, endlich ins Spiel. Die Annahme kam nun immer besser zu Spielmacher Ariel Katzenelson und der Angriffsmotor lief ebenfalls rund. Zur Mitte des Satzes lag Coburg mit 14:8-Punkten in Führung und die mitgereisten Fans träumten schon vom Satzgewinn. Herrsching gab sich allerdings nicht auf und schaffte mit Glück und Können den Rückstand zu verkürzen. Besonders der Ex-Coburger Daniel Malescha zeigte sich blendend aufgelegt und konnte den VSG-Block regelmäßig überwinden. Die VSG-Akteure kämpften eisern, doch gerade bei den langen Ballwechseln hatten die Herrschinger meist das bessere Ende für sich. Am Satzende gelang es dem Heimteam durch gutes Aufschlagspiel auch diesen Satz mit 25:22-Punkten zu gewinnen.

Nach der Pause zeigte Coburg wieder Moral und ging direkt wieder in Führung. Heimtrainer Max Hauser merkte, dass die VSG noch nicht geschlagen war und forderte die 1000 Zuschauer in der Halle mehrmals mit Gesten auf sein Team noch lauter anzufeuern. Die Spieler auf dem Parkett hatten teilweise Mühe sich zu verständigen, aber dennoch ließen sich die Schmiede in dieser Phase nicht aus der Ruhe bringen. Die Angriffe der VSG waren nun überlegter und fanden ihre Ziele und auch der VSG-Block packte nun öfter zu. Schließlich konnte das Team von Trainer Itamar Stein mit einem 25:22-Satzgewinn den Satzrückstand auf 1:2 verkürzen.

Zu Beginn von Satz 4 keimte bei den Coburger Hoffnung auf, wie schon im Hinspiel einen 0:2-Satzrückstand nochmal drehen zu können. Mit 4:0-Punkten zwangen die VSG-Spieler, Heimtrainer Max Hauser zu einer frühen Auszeit. Dieser schien allerdings die richtigen Worte gefunden zu haben, denn im weiteren Satzverlauf zeigte sich Herrsching nun wieder konzentrierter und war vor allem im Angriffsspiel durchschlagskräftiger als die VSG. Der Einsatz der Männer in grün stimmten, aber Angriffsschläge knapp neben die Linie und Netzroller, die ins eigene Feld tropften brachten die VSG mehr und mehr ins Hintertreffen. Auch Deckenbälle nach guter Abwehr stahlen den Schmieden wegen der ungewohnt niedrigen Hallenhöhe viele Chancen zu punkten. Am Ende holten die Oberbayern mit 25:22-Punkten auch Satz Nr. 4 und damit ihren sechsten Heimsieg im achten Heimspiel.

Trainer Itamar Stein: „Der erste Satz war nicht gut, wir waren einfach noch nicht richtig wach und hatten Probleme uns mit den Bedingungen zurechtzufinden. Das Publikum ist hier sehr nahe am Spielfeld und es ist wirklich schwer mit den Spielern auf dem Feld zu kommunizieren. Ab dem zweiten Satz sind wir dann besser ins Spiel gekommen und hatte auch die Möglichkeiten mehr als nur den dritten Satz zu gewinnen. Wir schaffen es im Moment nicht unsere Führungen von 4 oder 5 Punkten zu halten, daran müssen wir arbeiten!“

MVP Lubos Kostolani: „Es ist natürlich schwer in Herrsching zu spielen. In engen Phasen waren die gegnerischen Fans der 7. Mann. Es bringt aber nichts, lange den verpassten Chancen nachzutrauern. Wir müssen nun den 8. Tabellenplatz absichern und in den PrePlayoffs wieder unsere Bestleistung abrufen. Unser Saisonziel sind die Playoffs und die können wir immer noch erreichen!“

 

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. fotografen