VSG Coburg/Grub zeigt Volleyballspektakel gegen den Deutschen Rekordmeister!

Die 850 Fans in der Arena konnten sich am Samstagabend über packendes und spannendes Volleyballspiel auf hochklassigem Bundesliganiveau freuen. Am Ende schafften es die Gäste vom Bodensee nach 2:17-Stunden Spielzeit mit 3:2-Sätzen die Begegnung für sich zu entscheiden. Der Spielverlauf war dabei nichts für schwache Nerven und vor allem der zweite Satz, der mit 36:34-Punkten an die heimische VSG ging, war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Schließlich nahmen die Coburger Volleyballer aus diesem Spiel einen Punkt für die Tabelle mit, wobei ein 3:2-Sieg greifbar nahe war.

Der erste Satz begann mit einem solide aufspielenden VfB Friedrichshafen, der die Vestestädter direkt durch gute Aufschläge unter Druck setzte. Dennoch konnten sich die Häfler nicht absetzen und zur Satzmitte konnte die VSG ausgleichen. Durch gutes Blockspiel schaffte es das Team von Trainer Itamar Stein sogar mit 23:21-Punkten in Führung zu gehen. Doch der VfB Friedrichshafen in Person des ehemalige Nationalspielers Björn Andrae zeigte dann seine Klasse im Aufschlagspiel und servierte vier starke Aufschläge am Stück. Von diesen Aufschlägen konnten VSG’ler keinen zu einem Punkt ummünzen und schließlich ging der VfB Friedrichshafen mit 1:0-Sätzen in Führung.

Im zweiten Durchgang zeigte die VSG Coburg/Grub direkt, dass man sich von diesem unnötigen Satzverlust nicht entmutigen lassen wollte und spielte weiter mit solider Annahme und variablen Angriffsspiel. Der Gegner aus Friedrichshafen schien sichtlich beeindruckt von den frech aufspielenden Schmieden aus Coburg und fand im Satzverlauf kein Mittel gegen die Coburger Angriffshämmer. Beim Stande von 24:19-Punkten hatten die VSG-Bundesligavolleyballer dann schließlich gleich fünf Satzbälle und die Zuschauer wähnten sich schon in der 10-Minuten-Satzpause, was aber nun folgte war nichts für schwache Nerven. Wie schon im erstem Satz konnte die VSG den Vorsprung nicht ins Ziel bringen. Der VfB wehrte durch gutes Block- und Abwehrspiel alle Satzbälle ab und glich zum 24:24 aus. Es ging nun hin und her und die Teams kämpften verbissen. Spieler sprangen dabei bei Rettungsaktionen über die Werbebanden, warfen sich bei der Abwehr übereinander und schrien ihre Emotionen ein ums andere Mal ins Runde der Arena. Das junge VSG-Team behielt dabei die Nerven und trotzte dem Rekordmeister vom Bodensee. Das Heimteam erspielte sich dabei neun weitere Satzbälle und stand dabei zwei Satzbälle den Gäste gegenüber. Der 14te Satzball reichte dann den Hausherren beim Stande von 36:34 zum viel umjubelten 1:1-Satzausgleich.

Co-Trainer Volker Pohl: „Ich habe in meinen langen Volleyballkarriere schon viel erlebt, aber was heute hier in der Arena zu sehen war, ist wohl das spannendste und hochklassigste Spiel gewesen, bei dem ich jemals live dabei war. Allein der 2. Satz der 42 Minuten dauerte, wird lange in meinem Gedächtnis bleiben. Ich denke, dass war absolute Werbung für unseren Sport!“

In der 10-minütigen Pause nach dem 2. Satz konnten Spieler und Fans dann etwas durchschnaufen und die Modellflugkünste des Aero Club Coburg bestaunen. Nach der Unterbrechung flogen dann wieder die Volleybälle durch die Halle. Dabei kamen die Gäste nach der Pause besser ins Spiel und konnten nun durch eine sehr geringe Fehlerquote überzeugen. Harte Sprungaufschläge und sehr gutes Blockspiel brachten die VSG-Spieler dabei immer wieder in Bedrängnis. Die Gäste vom Bodensee ließen kaum einen Zweifel aufkommen, dass sie den 2. Satz als Ausrutscher betrachteten und nun die nächsten beiden Sätze klar gestalten wollten. Mit 25:17-Punkten behielte der Rekordmeister in dieser Phase die Oberhand.

Die VSG Coburg/Grub zeigte aber im vierten Satz wieder, was sie bereits in den beiden ersten Sätzen ausgezeichnet hatte. Mit enormen Kampfgeist und mit der Unterstützung der VSG-Fans und der Dynamics Suhl im Rücken kam das Team von Trainer Itamar Stein zurück ins Spiel. Kapitän Noah Baxpöhler, der mit einer Gesichtsmaske spielte, feierte zudem in Satz 4 sein Comeback auf dem Spielfeld. Besonders der VSG-Block überzeugte nun und hielt das internationale Spitzensextett auf den anderen Netzseite in Schach. Eine 20:16-Führung am Satzende ließ sich die VSG trotz zweier Auszeiten und mehrerer Spielerwechsel beim VfB Friedrichshafen nicht mehr nehmen. Mit einem klaren 25:18 zwang die VSG-Schmiede den Championsleague-Teilnehmer aus F’hafen in den Tie-break. Damit war den Coburgern bereits einen Punkt für die Tabelle sicher.

Im 5. Satz brannten die Schmiede zunächst ein wahres Volleyballfeuerwehr ab und ging mit 5:0-Punkten in Führung. Leider schienen die jungen VSG-Spieler nun Angst vor der eigenen Courage zu bekommen und der VfB konnte sich schnell wieder herankämpfen. Zum Seitenwechsel führten die Gäste mit 8:7-Punkten. Die VSG, allen voran der spätere MVP Lubos Kostolani und Milan Hrinak, schmetterten allerdings was das Zeug hielt. Beim Spielstand von 13:13-Punkten wurde der erste Matchball vergeben. Ein guter Angriff von VfB-Diagonalspieler Adrian Gontariu brachte den Gästen den ersten Matchball. Dieser Matchball war dann leider ein unwürdiges Ende für ein unglaubliches Volleyballspiel. Den Aufschlag von Marc Anthony Honore wähnte die VSG-Annahme im Aus und ließ in passieren. Leider traf der Ball genau die Seitenlinie und besiegelte einen 15:13-Satzgewinn der Gäste. Trotz der Niederlage bleiben die Fans noch eine ganze Zeit auf ihren Plätzen bestehen und verfolgten die anschließende Ehrung der wertvollsten Spieler und bedachten beide Mannschaften mit großem Applaus für dieses atemberaubende Volleyballspiel.

Trainer Itamar Stein auf die Frage, ob er denn mit dem einen Punkt zufrieden sei: „Ein Punkt gegen Friedrichshafen, da sollte man wahrscheinlich zufrieden sein. Wenn ich allerdings an den Spielverlauf und besonders die 5:0-Führung im Tie-Break denke, dann wäre natürlich ein Sieg zum Greifen nahe gewesen. Meine Mannschaft hat nichtsdestotrotz ihr bestes Saisonspiel abgeliefert und ich habe trotz der Niederlage bei allen Zuschauern die Begeisterung in den Gesichtern gesehen. Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten beiden Heimspiel am 06.02. gegen Mitteldeutschland und am 14.02. gegen Bühl. Die Fans haben dann wieder Siege verdient und wir wollen sie ihnen liefern!“

 

Die Lage in der Liga:
An der Tabellenspitze stehen weiterhin die Berlin Recyling Volleys mit 34 Punkten, verfolgt werden sie vom Rekordmeister Friedrichshafen und den United Volleys RheinMain mit je 28 Punkten. Dahinter konnten sich Düren und Lüneburg mit 23 Punkten im Kampf um die direkten Playoff-Plätze eine gute Ausgangsposition erarbeiten. Um den letzten Qualifikationsplatz streiten sich wohl Bühl (17 Punkte), die VSG (16 Punkte) und  Herrsching (15 Punkte). Die Netzhoppers KW, der TV Rottenburg versuchen sich wie der CV Mitteldeutschland des Abstiegs zu erwehren.

Nächster Heimspielgegner am 06.02. ist dabei das Tabellenschlusslicht aus Mitteldeutschland mit nur zwei Saisonsiegen.

Für die VSG spielten: Katzenelson, Kwiechien, Kostolani, Schattenberg, Tille, Mauler, Schippmann, Hrinak, Baxpöhler, Davis, Thompson

 

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. fotografen