Der Volleyball-Wahnsinn wütet weiter: VSG erobert Platz 4 zurück!

Im ersten Durchgang begann die VSG ungewohnt nervös in der Annahme und konnte sich auch im Verlauf des ersten Satzes nur wenig stabilisieren. Zur Satzmitte glich das Team von Trainer Itamar Stein zwar aus, doch am Satzende konnte der TV Rottenburg durch gutes Blockspiel die entscheidenden Akzente setzen und der erste Satz ging verdient an die Gäste. Nach einer Ansprache vom Trainerteam sollten die Weichen für den kommenden Satz gestellt werden.

Im zweiten Satz zeigte sich die VSG nun besser aufgelegt und bis zur Satzmitte gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Spielmacher Ariel Katzenelson setzte nun verstärkte seine 2,05 m und 2,08 m großen Schnellangreifer ein. Trainer Itamar Stein sah seine Mannschaft mit einer guten kämpferischen Einstellung aber der VSG-Block hat große Probleme mit dem variantenreichen Spiel der Gegner aus Schwaben. Erst beim Spielstand von 15:16 und damit noch genau zum richtigen Zeitpunkt kamen die 2-Meter-Jungs um Kapitän Baxpöhler zu ihrem ersten Blockpunkt. Nun schien der Bann gebrochen und trotz einiger enger Ballwechsel, die unglücklich gegen die heimische Schmiede liefen, kämpfte sich das Team von Trainer Itamar Stein zurück in den Satz, wehrte einen Satzball der Gäste ab und konnte schließlich durch einen Blockpunkt den Satz mit 29:27-Punkten gewinnen.

Die Fans in der Arena kamen schon in dieser früher Phase der Begegnung voll auf ihre Kosten. Nach der 10-minutigen Unterbrechung ging das intensive Spiel direkt weiter. Wie schon in den zwei Sätzen zuvor konnte der TV Rottenburg zu Beginn des Satzes mehr Druck im Aufschlag erzeugen und sich einige Punkte Vorsprung erarbeiten. Trotz einiger Spielerwechsel auf Seiten der Schmiede konnten die Gäste bis auf 17:11 davon ziehen. Nun zeigten die Coburger Volleyballer aber erneut Charakter und kämpften sich wieder auf nur zwei Punkterückstand heran. Diesmal ließ sich allerdings das Gästeteam die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und konnte mit 2:1-Sätzen in Führung gehen.

Im vierten Satz waren die Hausherren nun von Beginn an das präsentere Team und bereits zu Satzbeginn erarbeitete man sich eine kleine Führung. Die blendend aufgelegten Außenangreifer Mauler und Hrinak konnten nun den Würtemberger Block reihenweise überwinden und auch die Mitteblocker Davis und Thompson packen nun mehrmals den Monsterblock aus. Die Mannschaft konnte in der Feldabwehr nun viele Bälle entschärfen und auch die Gegenangriffe wurden mit Selbstvertrauen ins Feld des TV Rottenburg  gehämmert. Ein klarer 25:15-Satzerfolg war die logische Konsequenz für die Spitzenleistung im vierten Durchgang.

Im fünften Satz ließen die Schmiede dann keinen Zweifel, dass sie ihren Fans zwei weitere Punkte unter den Weihnachtsbaum legen wollen. Trotz eines Fehlstarts mit 0:2-Punkten sah man in den Gesichtern von Kostolani & Co nun den unbändigen Siegeswillen. Sowohl im Block als auch im Angriff überzeugte die VSG Coburg/Grub und erspielte sich beim Stand von 14:11-Punkten drei Matchbälle. Das VSG-Publikum hielt es nicht mehr auf den Sitzen, doch die Schmiede machte es noch einmal spannend. Die Gäste aus Schwaben konnten durch gute Aufschläge von Felix Isaak tatsächlich nochmals ausgleichen. Die Coburger schienen nun fast Angst vor ihrem sechsten Saisonsieg im achten Saisonspiel zu haben. Am Ende war es aber MVP Lubos Kostolani erst zwei Angriffsbälle und schließlich den entscheidenden Blockpunkt zum 17:15-Satzgewinn verwandeln konnte.

Die 750 Zuschauer in der Arena waren wieder einmal begeistert vom hochklassigen Volleyballsport der ihnen über 2 Stunden und 15 Minuten geboten wurde. Nach dem Spiel mischte sich die Mannschaft unter die Fans und gab viele Autogramme und viele Fans sprachen dem Team ihre Hochachtung für die bisherigen Leistungen aus. In Coburg spielt ein deutsches Spitzenteam, das anstelle von Starallüren eine Mannschaft zum Anfassen geblieben ist. Mehr kann sich ein Fan einer Sportart nicht wünschen.

Trainer Itamar Stein: „Wir haben zwar heute nicht unsere Topform abgerufen, aber was dieses Team für ein Kämpferherz hat ist unbeschreiblich. Das wir es nächste Woche gegen Königswusterhausen in der eigenen Hand haben, dass wir auf Platz 4 überwintern, ist einfach unglaublich!“

Kapitän Noah Baxpöhler: „Wir haben heute wieder gesehen, was eine starke Bank wert ist. Ryan und Richard sind heute reingekommen und haben uns die entscheidenden Impulse gegeben, dass wir am Ende das Ding geholt haben!“

 

MVP:
Lubos Kostolani (VSG Coburg/Grub)
Sven Metzger (TV Rottenburg)

Zur Lage in der Liga:
Die VSG Coburg/Grub fährt mit dem sechsten Saisonsieg die Punkte 14 und 15 ein und setzt sich hinter den Spitzenteam aus Berlin, Friedrichshafen und Frankfurt auf dem 4. Tabellenplatz fest. Verfolgt wird die VSG dabei von den Powervolleys Düren und der SVG Lüneburg mit jeweils 14 Punkten.

Ziel für die Coburger ist es mindestens den 6. Tabellenplatz am Ende zu verteidigen, denn dieser berechtigt zur direkten Teilnahme an den Playoffs.

Der Siebtplatzierte Bühl und der Achtplatzierte Herrsching (jeweils 9 Punkte) liegen bereits 6 Punkte hinter der VSG zurück.

Am Tabellenende liegen die Netzhoppers KW (4 Punkte) und der CV Mitteldeutschland (3 Punkte). Nach derzeitigem Stand (8 von 20 Saisonspielen) werden wohl diese beiden Teams den einen Absteiger unter sich ausmachen.

 

Ausblick:
Im letzten Spiel vor Weihnachten muss die VSG-Schmiede am 19.12.2015 um 19:30 Uhr noch einmal auswärts ran. Gegen die Netzhoppers KW-Bestensee, die derzeit auf dem 10. Tabellenplatz liegen, muss die VSG wohl nun die Favoritenrolle annehmen, auch wenn es in der kleinen Spielhalle in der Berliner Vorstadt immer schwierig ist zu gewinnen. Ein Fanbus begleitet die Mannschaft am Samstag in den Hexenkessel nach Bestensee. Es gibt noch einige wenige Restplätze für kurzentschlossene Fans.

 

Für die VSG spielten:
Milan Hrinak, Richard Mauler, Timon Schippmann, Lukas Schattenberg, Lubos Kostolani, Wojciech Kwiechien, Leonard Tille, Dylan Davis, Noah Baxpöhler, Ryan Thompson, Ariel Katzenelson

Trainer: Itamar Stein

Co-Trainer: Volker Pohl

 

 

Text: André Dehler

Foto: Zwei k. fotografen